Surviving the Catskills – Die Catskills überleben

Featured

Sounds a bit overdramatic? Well, read the blog first and judge later. Here we go.

It was supposed to be a relaxing weekend away in Upstate New York, so do some hiking, enjoy fresh air and see the fall foliage. Just two nights in a cute AirBnB in a town called Tannersville, near the Hudson River and the Hunter Mountain.

It all started like every journey does in New York: being stuck on the FDR (that’s the Franklin D. Roosevelt East River Drive in Manhattan). FOR AN HOUR. Just to put this into perspective, we are talking about 15 kilometers! Snails and turtles overtook us on our journey off the Island of Manhattan and out of New York State. The whole trip to Tannersville is about 195 kilometers long and half of that journey was spent in traffic. Ah well, we had good music, interesting conversations and great companionship. For this trip we decided to join up with two friends and colleagues of Shane, Eoghan and Niamh (for all those non-Irish reading this and wondering what kind of names I just listed: they sound like Owen and Nieve).

Once we left Manhattan, the ride was quite smooth and the landscape quickly changed from cityscape to more rural countryside. We arrived quite late at our home away from home and had some issues finding the right apartment first. Almost opened the door to a strangers’ house when our door was a few doors further down the road.

We started our next day with a stroll along Main Street in Tannersville and grabbing a quick breakfast before heading to the Lake in the nearby hiking area around Kaaterskill Falls. Weather was just perfect, not too cold, not too hot but sunny and plenty of blue skies. A short hike up to Catskill Mountain House Site (there used to be a mansion that unfortunately hasn’t withstood time) opened up a full view of the Hudson River Valley and gorgeous fall foliage colors. We spend the day exploring the area, returned to the AirBnB for a game of scrabble and got ready for dinner.

We were just about to leave for dinner, Eoghan and I were already in the car, when suddenly we heard an alarm go off. First I thought it was a car somewhere but it quickly turned out to come from our AirBnB. I went back to check on Shane and Niamh to hear the shrill alarm blasting from the ground level and a strange smell coming from inside the house. We had to act fast, especially because the alarm was for smoke and carbon monoxide detection. CARBON MONOXIDE!!! So I decided we call the fire brigade. This wasn’t our place, we didn’t know what to do when there is a carbon monoxide leak (just that it is extremely dangerous) and we had to spend the night in the place. It took the fire brigade two minutes. At that point the alarm had stopped and after self-diagnosis thanks to Dr. Google, we were all convinced that we had some sort of symptoms caused my Carbon Monoxide.

Adventurous enough?

Well, since I am writing this blog, we clearly didn’t die or anything. Turned out that it wasn’t carbon monoxide. Just before we left Shane had turned on the heating to get the apartment a bit warmer for the night (Tannersville is higher up in winter sport are and it got cold in the evenings). Unfortunately one of the radiators was blocked and started smoldering. That’s where the smell came from. Even before there was any smoke, the alarm had caught something and set itself off. Pretty damn good alarm if you ask me. If that thing hadn’t started we would have moved on to go to dinner, only to come back to a burnt down building. Also learnt another valuable lesson, if you ever believe there is carbon monoxide in the air, leave the place but keep all windows shut! The fire brigade uses a special detector (since there is no smell to carbon monoxide) and if windows and doors are left open, it won’t be able to detect it.

Dinner was still a bit off, us wondering if everything would be fine when we came back, so we decided to stay up a bit longer, just to test if we are feeling ok at home before going to bed. And it was, everything was fine and we had another great sleep.

Sunday was our day to leave for home again but we had overheard some shop owners the day before that Tannersville would host the Annual Fall Car Show. This was a fantastic spectacle. I haven’t seen vintage cars like that before and their proud owners who were more than happy to share their stories about how they got into this time-consuming hobby.

We stopped in a place called Beacon on our way home for a stroll and lunch, which is now definitely on my list of towns to come back to, and took the scenic route along the Hudson River back into Manhattan and ended our short but in many ways most adventurous trip ever. Hope the next one will be slightly less exciting.


Klingt ein wenig überdramtisch? Na dann wartet mal ab bis ihr den Blog gelesen habt. Los geht’s.

Es sollte ein entspanntes Wochenende in Upstate New York werden mit Wandern, viel frischer Luft und vielen Herbstfarben. 2 Nächte in einem niedlichen AirBnB in einem Örtchen namens Tannersville, dass genau zwischen dem Hudson Fluss und den Hunter Bergen liegt.

Alles fing an wie es eben jede Reise in New York tut: mit Stau auf dem FDR (das ist die Franklin D. Roosevelt East River Schnellstraße in Manhattan). FÜR EINE STUNDE. Nur um das mal in Perspektive zu setzen, wir sprechen hier von 15 Kilometern! Schnecken und Schildkröten haben uns auf der Reise raus aus Manhattan überholt, so langsam ging das. Die ganze Strecke nach Tannersville beträgt nur knapp 195 Kilometer und die Hälfte der geplanten Gesamtzeit haben wir im Stau verbracht. Aber na gut. Es ist wie es ist. Dafür hatten wir gute Musik, interessante Gespräche und tolle Begleitung. Diesen Trip haben wir nämlich gemeinsam mit 2 Freunden und Arbeitskollegen von Shane bestritten, Eoghan und Niamh (für alle Nicht-Iren die das hier lesen und sich wundern was das denn für Namen sind: die klingen wie Owen und Nieve).

Sobald wir Manhattan verlassen hatten ging es zackig weiter und die Landschaft veränderte sich rasch vom Stadtbild zur Landliebe. Es war schon recht spät als wir endlich in unserem Wochenenddomizil ankamen und es hat ein noch länger gedauert die richtige Einheit zu finden. Fast hätten wir (vergeblich) versucht die Vordertür einer wildfremden Wohnung zu öffnen, wenn wir nicht geistesgegenwärtig bemerkt hätten, dass unsere Tür am Ende der Straße war.

Unser Tag startete dafür mit toller Aussicht und einem gemütlichen Spaziergang auf der Hauptstraße in Tannersville, wo wir frühstückten und dann zum Wandern um die Kaaterskill Wasserfälle am See stoppten. Wetter war grandios, nicht zu kalt und nicht zu warm, dafür Sonnenschein pur und wunderschöner blauer Himmel. Eine kleine Wanderung Bergauf ging es dann zur Catskill Mountain House Site (dort stand mal ein riesiges Anwesen, was leider den Sturm der Zeit nicht überstanden hat) mit atemberaubendem Ausblick auf das Tal des Hudson Flusses und all die schönen bunten Farben des Herbstwaldes. Wir haben den Tag entspannt mit Wandern verbracht bevor es retour ging ins AirBnB für eine Runde Scrabble und Abendessen im Örtchen.

Und dann gings auf einmal los. Eoghan und ich saßen schon im Auto, bereit zum Restaurant zu düsen, als wir plötzlich einen Alarm losgehen hörten. Zuerst dachte ich an Autoalarm irgendwo nebenan aber das schrille Gepiepse kam klar von unserer Unterkunft. Ich bin also zurück um nach Shane und Niamh zu schauen, die sich die Ohren zuhaltend aus dem AirBnB kamen und mit Ihnen ein merkwürdiger Geruch aus dem Inneren. Als uns dann bewusst wurde, dass es der Rauch und Kohlenmonoxyd Alarm war der hier rumkrakelte, mussten wir reagieren. Ich meine, Kohlenmonoxyd!!! Ich hab dann entschieden, dass wir die Feuerwehr anrufen. Die Wohnung gehörte ja schließlich nicht uns, wir hatten alle keine große Ahnung was man bei Kohlenmonoxyd Problemen machen soll (außer sich in Sicherheit begeben) und sollten hier ja auch noch eine weitere Nacht verbringen. Ganze zwei Minuten hat es gedauert bis die Feuerwehr anrauschte. Zu dem Zeitpunkt hatte der Alarm schon wieder aufgehört, doch mittels Selbstdiagnose Dank Doktor Google waren wir alle überzeugt die ersten Symptome eine Kohlenmonoxyd-Vergiftung zu spüren.

Aufregend genug?

Nachdem ich ja in der Lage bin diesen Blog EIntrag zu schreiben, sind wir klarerweise alle noch am Leben. Wie sich herausstellte war es nämlich gar kein Kohlenmonoxyd. Kurz bevor wir alle die Wohnung verließen hatte Shane die Heizung angedreht damit es bei unserer Rückkehr etwas wärmer sein würde (Tannersville liegt in den Bergen eines Wintersportgebietes, es wird also kalt am Abend). Leider war eine Heizung blockiert (was uns nicht bewusst war) und fing an zu kokeln. Daher auch der komische Geruch. Sogar bevor es zur Rauchbildung kommen konnte hatte der Alarm das Problem bereits erkannt. Verdammt gut funktionierender Alarm wenn ihr mich fragt, denn wenn der nicht angegangen wäre, hätte es in der Zeit in der wir gemütlich im Restaurant saßen nämlich tatsächlich angefangen zu brennen. Außerdem haben wir direkt noch was dazugelernt, denn bei einem Kohlenmonoxyd Verdacht soll man sofort das Gebäude verlassen, dabei aber alle Fenster und Türen geschlossen halten. Also keine Lüftung anstreben. Die Feuerwehr benutzt nämlich einen speziellen Detektor (da Kohlenmonoxyd geruchslos ist) und wenn die Fenster und Türen offen sind, kann das Gerät nicht erkennen ob wirklich was in der Luft liegt.

Uns war trotzdem den Rest des Abends irgendwie mulmig zumute, also entschieden wir uns bei der Rückkehr alle noch ne Weile wach zu bleiben um zu testen ob es uns allen auch wirklich gut geht, bevor es ins Bett ins. Und das war es auch, alles war ok und wir hatten eine ruhige und angenehme Nacht.

Für Sonntag, den Tag unserer Rückfahrt nach Hause, war in Tannersville die jährliche Herbst Auto Show angesagt, über die uns am Vortag ein paar Leute erzählt hatten. Das war ein Spektakel. Ich hab noch nie so viele Oldtimer und ihre stolzen Besitzer gesehen, die nur darauf warteten uns zu erzählen wie sie zu ihren Hobby gekommen sind.

Auf unserem Rückweg hielten wir dann noch für einen Zwischenstopp auf halber Strecke in einem Ort namens Beacon anhielten, ein wenig herumflanierten und zu Mittag aßen. Im Anschluss entschieden wir uns für die szenische Route entlang des Hudson Flusses zurück nach Manhattan und damit war unser wohl aufregendster Kurztrip denn je auch schon vorbei. Hoffentlich wird der nächste ein bisschen weniger nervenaufreiben.

Summer holidays during a pandemic – Sommerurlaub während einer Pandemie

Featured

Covid is still all around us and still influencing the way we work, life and travel. After Nantucket we knew that we couldn’t wait another three or four months before seeing something new. I had the perfect itinerary planned for us: Idaho, Wyoming and Montana. National Parks pure basically and then Covid hit and the closer we got to the date we had set to leave the more unsure we were. Should we travel by plane? Should we travel through three States? Should we go to states that had a higher infection rate than New York? (At that point New York had already managed to keep the virus in control and our numbers were steadily decreasing.)

We decided to put that trip on hold. We’ll be in the US for another three years. There is still plenty of time to visit Yellowstone National Park, to see Wild Bison and to sleep in a Bed and Breakfast that is also a Wolf Sanctuary (yes! I found a B&B where you wake up to the howling of wolves. How awesome is that?). Instead we decided to stay closer to home and go somewhere we could drive to. Two weeks in Maine and one week in New York was what we agreed on. Two places where we could spend a lot of time outdoors hiking, biking, swimming or walking around, as long as it would be relaxed and without the stress of moving to a new destination every few days.

I don’t even know where and how to start because this holiday was truly one of a kind and more relaxing than a lot of other trips we have done. Maybe it was so relaxing because we haven’t set this trip up as “must see spots while we are in the US”. Maine wasn’t very high on my list of must go to places I have to admit. Yes, I had heard it was supposed to be beautiful but I had a lot of other places higher on my list. So this trip was really a ‘Let’s take each day and see what we want to do’. Note to my future travel planning self: Don’t overplan and squeeze everything in!’

Let’s start with our first of three stops. We decided to start with a week in a sea side town called Bar Harbor in Maine. Ah who am I kidding, I decided. I might just have the easiest going husband in the world who is either really okay with everything I am planning or who takes the “happy wife, happy life” phrase very seriously. Whatever it is he is doing, it works. It was a long drive from New York to the most eastern state of the US. Took us 8 hours and we crossed four state lines (Connecticut, Massachusetts, New Hampshire and Maine), if you don’t count New York as starting state. But all was forgotten about the long drive when we entered Bar Harbor, a town that sits on Mount Desert Island (it’s connected with the main land by a bridge) and the majority of that island is a National Park called Acadia. We knew immediately this place would be magic.

Where did we stay

We found a cute old B&B called “Cleftstone Manor” that used to be a private residence when it was built in 1881. It’s this old gorgeous building with heavy timbers, deep windows and ornate moldings that were known for the gilded age. It was built as a summer home with numerous bedrooms, a ballroom and servant quarters. One of the famous renter was Joseph Pulitzer, the New York publisher and originator of the Pulitzer Prize. He had spent several summers at Cleftstone and he even brought his own dining table that is still in the dining hall today (there is photo proof!). We stayed in a fantastic room with sofas, a fireplace and probably the biggest bed ever built in the history of mankind. I am not kidding. It was so high you couldn’t step onto it. And they even provided a little step ladder to help you get into bed. Reminded me a bit of Hans Christian Anderson’s “The Princess and the Pea”. Today’s owners are a lovely couple who kept the historic charm (even during COVID) and really make you feel welcome and at home with a gorgeous and inspiring breakfast every morning and delicious home cooked snacks. Their cookies were to die for and a nice treat after our hikes.

Comfy B&B – gemütliches B&B
Room jackpot – Zimmer Jackpot

What did we do

Speaking of hikes, that’s basically the only thing we did. And eating J. Acadia has so many hiking paths you can spend days there and still haven’t seen it all. So we did a few variations. We started with an easy stroll along the Shore Path that starts at the Harbor and winds its way around the coast. It’s only a short walk but you pass a lot of cute houses and it gives you a good idea of the landscape and neighboring islands.

Our next stop was Acadia National itself and it’s summit: Cadillac Mountain Summit Path. No, we did not hike the summit. We did the easy thing and drove up. It was a windy day and perfect for getting our bearings and figuring out what we wanted to do and see inside the Park. The view was spectacular. It was so good that I forced Shane to get up early a day later to watch the sunrise at 5AM. Only downside, we weren’t the only ones with this great idea. Thanks to COVID it wasn’t too bad with the crowds and we managed to find a nice spot where I could take photos of the first light of the day in the US.

So we knew we are fit and ready to hike, so why not conquer one of the mountains called “The Beehive”, I thought. I had done a bit of research on hikes beforehand because I wanted something moderate. Not too difficult and not too easy. So the beehive came up a few times. The pictures looked great and it praised itself with not too strenuous but a bit of an adventure thrill. Ha! Thank God I didn’t tell Shane beforehand because the hike was definitely not too exhausting BUT definitely a bit dodgy when we had to hold on to metal railings and tree branches to lift ourselves up while staring into an abyss without anything blocking a potential fall. Definitely NOT for the faint hearted and / or if you have an issue with heights. But those views!! We also stopped at a swimming lake on our way back down (luckily not the same way) that reminded us of the movie “Standy by me”. You remember the scene of the boys going swimming and realizing that there are leeches in the lake? Well, we had leeches, too. Luckily someone else had pointed them out just before we wanted to get into the water. Yikes.

We had checked out Jordan Pond before but I liked it so much that I wanted to come back and walk around it. It’s this amazingly lake that is so clear that you can see down to the ground and that mirrors a mountain called the Bubbles spectacularly when the water is still. I think that place was my favourite spot in the whole Park. I could just sit there for hours, looking at the water, listening to the birds and watching the clouds go by.

Live Music in the evening – Live music am Abend

After all the hiking we wanted it flat for a little bit and explored the coastal region along the Ocean Trail. We started at Sand Beach and finished at Otter Cliff. The whole thing is around 4 miles long and leads you to plenty of hiking points, rugged cliffs and small paths that lead to lookouts. We stopped at a place called Thunder Hole for a while, soaking in the sun, waiting for the famous huge plume of water shooting up twice a day when the incoming tide fills cleft between the cliffs and gets pushed out like a fountain from its force. Unfortunately it’s not a guaranteed thing to see and we weren’t lucky but we didn’t mind too much. Gives us a reason to come back again one day. A short while after that we overheard a few people along the way shouting Aaahs and Ooohs. Intrigued by whatever they must be seeing we ended up looking down a cliff only to see seals hunting a swarm of fish. We finished at Otter Cliff, where you can train your skills in rock climbing (we did not).

Another interested thing to do is to walk over to Bar Island, which you can only do during low tide when the island becomes accessible through a natural gravel land bridge for approx. 1.5 hours.

If you like lighthouses Maine is your state. I stopped counting every lighthouse I have seen at some point but there is a really cool one on the other side of Mount Desert Island. Bass Harbor Head Light rests on a cliff, nestled between trees and is easily overlooked if you don’t know how to get to it. There is a bit of climbing involved to get a good shot and next time we come to Maine, I’ll make sure to get there when the sun sets for even more spectacular views.

Obviously being so close to nature means that there is an incredible amount of wildlife as well. We have probably seen everything water, land and air offers in Maine and got an incredible insight into the habitat of the local wildlife when we joined a Nature Ship Cruise. It was advertised as the Puffin Tour but Puffins weren’t the only thing we saw. Seals, whales, dolphins, eagles, puffins, deer…you name it. This three hours long narrated tour was one of the best we have ever taken.

The week went by too quickly and didn’t want to leave but I knew the next stop would be great as well. So we said goodbye to Bar Harbor and made our way towards Augusta, the state capitol, where we would spend another week in the outskirts of the small village of Hallowell. On our way I forced Shane to make a short D-Tour to snatch a photo of the house of probably one of the most famous authors in the World. Stephen King lives and writes in Maine and has an incredible mansion in Bangor, just an hour into our drive, and it looks like it’s right out of one of his novels. Bats spiking his fence and gate and weird sculptures popping up in his garden. That was really cool to see, especially since I started reading one of his latest novels, when we started our holiday. The Institute is set in the woods of Maine and is exactly what you expect from him: a page turner.

Where did we stay

Don’t ask me how I find these places, I must have a lucky hand, but the place we stayed at in Hallowell was absolutely awesome. Maple Hill Farm might have a Maple tree on its grounds here and there but the iconic thing about this place are the lamas. Yes, lamas!!! The Farm and B&B is run by these 2 guys who also offer conference spaces, summer camp grounds and a place you can exchange your vows. (We actually saw a couple getting married there on our last day.) It also produces its own energy and has been rated the best (and green) B&B in Maine for over 13 years. It feels a bit hippie, which it is, but it is the perfect spot if you really just want to relax without the stress of having to go somewhere or needing to see something.

What did we do

Absolutely nothing. And I mean that in the sense of we didn’t have any plans for that week. We slept in, indulged in homemade breakfast every morning, which was cooked by Vince every morning with fresh eggs from the farm. We usually had a coffee afterwards on their porch, where I’d be rocking back and forth in the most comfortable rocking chair I have ever sat in. We’d then go for a walk and end up in one of the restaurants in Hallowell, a cute and very liberal town with way more fantastic restaurants than I thought possible.

Wait for the turkeys at the end – Die Truthähne am Ende

On our first night we arrived back at the B&B and joined Scott, the other owner of the B&B, and his boyfriend for a drink at the fully stocked bar they have as well and ended up doing a wine tasting with and another couple. That second couple is actually in the wine business and they brought five bottles to share. We ended up drinking until late into the night and finished with a sing song because that couple didn’t only do wine, they were also folk musicians who knew all the Irish songs.

We did one day trip where we headed to Portland, just an hour away. Unfortunately the city seems to have been hit by Covid and closed down businesses worse than other places. The fact that there was a “homeless”-camp out in front of the Town Hall didn’t make the city seem more pleasant but we only saw a very small area before heading to Cape Elizabeth and Portland Head Light, the lighthouse I wanted to see. And that was absolutely stunning! Perfect day to take photos with blue skies and cute white clouds.

Other than that we explored Augusta, the state capitol, just a few minutes away and the neighboring grounds, including a small lake just behind the B&B.

I know it doesn’t sound like the most exciting trip we have done but this Hallowell and Maple Hill Farm, with the nicest owners we could think of, two cute cats, all the lamas and wild turkeys running around in the garden, was quite difficult to say goodbye to and we don’t know if we’ll be able to go back to it because they actually thinking of selling. So make your way there now while you still can. You won’t regret it.

Two weeks down we were about to start our last leg and the longest drive of nine hours west, halfway back to where we came from, and further west into the state of New York than we have ever been. Finger Lakes, be ready for us.

Where did we stay

If I hadn’t known better I would have said we stayed at home with the parents. That’s what it felt like staying at Another World B&B which was run by two Brits, a Canadian and a German. The second we arrived we were treated like family. The B&B was located in Naples, a town at one of the many Finger Lakes in Upstate New York. Actually closer to the Canadian Border than to New York City. Again, it was pure luck that I had picked that spot. Something about it made me decide I wanted to stay there and not at one of the bigger lakes and more famous lakes. Best decision ever. It’s nestled in a valley, surrounded by nature and not a soul to disturb you but a black bear who apparently had visited the backyard just a few weeks ago for the first time. I kept my eye out to catch a glimpse but wasn’t lucky. Maybe not the worst, imagine stepping out of the house and suddenly standing in front of a bear. Yikes.

What did we do

We got more active in our third week again, had we just recharged our batteries in Maine, but we did a pretty good job balancing adventure and relaxation. In COVID Spirit we spend 90% of our time outside and the the Finger Lakes are the right place to do so. We were aware of the fact that the area is definitely not short of water but I wasn’t prepared for the actual amount of water. Lakes, Rivers, Waterfalls, Ponds…there is a State Park for even the smallest body of water and I love it!

We had arrived really late on our first day and only had time to go for dinner at a restaurant around the corner. The B&B owners literally took our luggage off us, forcing us to go for dinner before everything would close for the evening and took care of bringing our stuff to our room. Luckily they were still awake when we came back and we joined them on their veranda for a glass of wine before calling it a day.

After a breakfast for Kings the next morning, we started the day easy with a scenic drive and a stop in Canandaigua, the town that gives the adjacent lake its name. It was a windy day but so gorgeous and we spend hours just looking at the lake, walking around, getting the biggest ice cream ever and just relaxing on one of the many metal swings along the waterfront.

Hummingbird – Kolibri

That lake wasn’t enough for me so we drove to Letchworth State Park the next day and walked along the river and the three waterfalls that would usually bring plenty of tourists to the Park. The weather was perfect, just the right amount of sun and clouds and I haven’t seen this many eagles in my life before. It’s not a long walk but with all the stopping for photos and just looking at nature’s wonders, it turned out to be a full day of outdoor activities only to come home to a fire in the garden and homemade Macarons. Told ya, it was like home.

Our friends Marianne and Ciaran had decided to join us for a few nights as well and it was great to meet up with them before they returned to Ireland just a week later. It was the last possibility for us to spend some quality time together and it was great to discover Watkins Glen State Park at Seneca Lake together. The two days with them were packed tightly and we even managed to squeeze in a winetasting at Inspire Moore in Naples, followed by a casual BBQ in the garden with the B&B owners and a midnight kayak tour to watch the moon rise over the hills. Could this get any better?

It did, with more water and US history. History, because I wanted to check out Seneca Falls, home to the US’ Women’s Rights Movement. It was such a pity that the Museum was closed due to Covid but luckily the town itself has turned into a living museum and we still had a great time. We then made our way towards Ithaka and stopped at Taughannock Falls State Park for another waterfall before driving back to Naples.

Our last day in Naples turned into an unforeseen adventure. Our hosts had mentioned that there was a nice hiking trail just around the corner with more waterfalls to see (of course more waterfalls). Grimes Glen Park is a short hike but even more special because the path stops at some point and you have to wade through water in order to get to the next waterfalls. It was so much fun and I didn’t mind at all getting my feet soaking wet.

Leaving our B&B was extremely hard. I felt so at home and relaxed around our hosts and we were so grateful for their hospitality and having us join their family. That’s probably the reason why we accidentally took the key to the house, which we only realized over an hour into our drive home to NYC. Well, guess we definitely have to go back and drop that key off, right? (Don’t worry, we were very responsible and mailed it back the next week).

And then three weeks were over and a summer holiday that we hadn’t planned this way at all but that turned out into a great vacation despite a global pandemic.


Covid ist weiterhin allgegenwärtig und bestimmt die Art wie wir arbeiten, leben und reisen. Nach Nachtucket war uns klar, dass wir nicht nochmal drei oder vier Monate warten konnten bevor wir was Neues sehen würden. Ich hatte die perfekte Reiseroute für unseren Sommer geplant: Idaho, Wyoming und Montana. Also ein einziger großer Nationalpark und dann kam COVID und wir wurden mit jedem Tag unruhiger. Sollten wir wirklich in einen Flieger steigen? Sollten wir wirklich durch drei Bundesstaaten reisen? Sollten wir wirklich in Staaten reisen die eine höhere Infektionsrate hatten als New York? (Zu dem Zeitpunkt hatte New York die Ausbreitung des Virus schon unter Kontrolle gebracht und unsere Zahlen sanken kontinuierlich weiter.)

Am Ende entschieden wir uns schweren Herzens dafür den Trip ausfallen zu lassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Wir haben ja noch drei Jahre in den USA und genug Zeit den Yellowstone National Park zu besuchen, Büffel in freier Wildbahn zu sehen und in einem B&B zu schlafen, dass gleichzeitig eine Rettungsstation für Wölfe ist (ja! Ich habe tatsächlich ein B&B gefunden in welchem man zum Wolfgeheule aufwacht. Wie geil ist das denn?). Stattdessen sollte es näher an Zuhause sein, damit wir mit dem Mietwagen fahren konnten. Die Wahl fiel auf zwei Wochen in Maine, gefolgt von einer letzten Woche in New York, damit wir viel Zeit im Freien verbringen könnten beim Wandern, Radfahren, Schwimmen oder einfach nur Spazieren. Hauptsache entspannend und ohne den Stress den ständigen „Umziehens“ nach ein paar Tag an einem Ort.

Ich weiß nicht wie und wo ich starten soll den dieser Urlaub war wirklich einzigartig und so viel entspannender als viele unserer anderen Trips. Vielleicht war es so entspannend weil wir es diesmal nicht als eine Reise die wir unbedingt machen müssen angesehen haben. Maine war nämlich nicht sehr weit oben auf meiner „muss ich gesehen haben“- Liste, wenn ich ehrlich bin. Klar, ich hatte gehört, dass Maine Natur pur ist und sehr schön sein soll aber ich hatte eine andere Orte auf meiner Liste die ich zuerst sehen wollte. Entsprechend ging dieser Trip eher in die Richtung wir schauen mal was wir machen wen wir aufstehen. Kurze Notiz an mich selbst in der Zukunft: Weniger überplanen und rumstressen, dass man alles gesehen haben muss!

Ich fang einfach mal mit dem ersten Stopp an. Wir hatten entschieden die erste Woche  in einem Küstenstädtchen namens Bar Harbor in Maine verbringen zu wollen. Ach wen versuch ich hier zu überzeugen, ICH habs entschieden. Ich glaub ich hab den einfachsten Ehemann in der Welt der entweder wirklich kein Problem damit hat, dass ich alle Urlaubsentscheidungen treffe oder er nimmt das Sprichwort „Frau gut, alles gut“ sehr ernst. Was auch immer es ist, es funktioniert. Die Fahrt von New York zum östlichsten US Staat war lang. Insgesamt acht Stunden hat es gedauert und wir sind durch vier Bundesstaaten gefahren (Connecticut, Massachusetts, New Hampshire und Maine), wenn man New York nicht mitzählt. Die ganze Rumfahrerei war jedoch schnell vergessen als wir in Bar Harbor einfuhren, ein Inselstädtchen (allerdings verbunden über eine Brücke mit dem Festland) auf Mount Desert Island, was zu 9o% ein Nationalpark namens Acadia ist und uns sofort bewusst machte, dass dieser Aufenthalt was Besonderes werden würde.

Wo haben wir übernachtet

Wir haben natürlich mal wieder ein altes B&B gefunden. Das Cleftstone Manor war nach dem Bau in 1881 erstmal eine private Residenz in diesem schönen alten and grandiosem Gebäude mit dicken Holzbalken, großen Fenstern und Ornamenten an den Wänden, die für das „goldene Zeitalter“ in den USA bekannt waren. Trotz der vielen Schlafzimmer, einem Tanzsaal und Bediensteten Quartieren war Cleftstone eine Sommerresidenz. Einer der interessantesten Mieter war Joseph Pulitzer, New Yorker Herausgeber und Begründer des Pulitzer Preises. Er hat scheinbar einige Sommer in Maine verbracht und brachte sogar seinen eigenen Esstisch mit, der noch immer im Esszimmer von Cleftstone Manor steht (wir haben sogar einen Fotobeweis). Unser Zimmer war fantastisch, eingerichtet mit Sofas, einem Kamin und dem größten Bett, dass wohl jemals in der Menschheitsgeschichte gebaut wurde. Das Ding war so hoch, dass man eine Trittleiter brauchte um ins Bett zu kommen. Die war zum Glück vor dem Bett aufgestellt. Hat mich alles stark and die Prinzessin auf der Erbse erinnert. Die heutigen Besitzer des Hauses und B&Bs sind ein ganz herzliches Paar die den historischen Charme des Gebäudes aufrechterhalten, ihre Gäste wärmstens empfangen (sogar trotz Covid) und einen jeden Tag mit einem guten Frühstück und anderen hausgemachten Leckereien versorgen. Die selbst gebackenen Schokoladenkekse waren unschlagbar und genau der richtige Snack nach dem Wandern.

Was haben wir gemacht?

Wenn wir schon vom Wandern sprechen…das war auch eigentlich das Einzige auf unserer Agenda, und essen. Acadia Nationalpark hat so viele Wanderwege, dass man echt tagelang wandern kann und trotzdem nicht alles sieht. Entsprechend haben wir uns ein wenig angepasst. Wir starteten mit einem einfachen und gemütlichen Spaziergang entlang des Küstenweges, der am Hafen startet, sich entlang der Küste um Bar Harbor erstreckt und einen an wirklich schönen Häusern mit atemberaubenden Ausblick auf die Nachbarinseln vorbeiführt.

Unser nächster Stopp war natürlich Acadia Nationalpark selbst und der Höchste Punkt des Parks. Ne, da sind wir nicht hinaufgewandert (kann man aber machen), sondern ganz lässig mit dem Wagen hoch. Trotz Wind und Wolken war es eine tolle Aussicht und gute Gelegenheit zu sehen wo man sich befindet und was man im Park sonst noch sehen will. Der Ausblick war so schön, dass ich Shane ein paar Tage später nochmal zwang sich den Sonnenaufgang um 5 Uhr morgens mit mir anzusehen. Wir waren allerdings nicht die Einzigen mit der Idee aber dank Covid war es nicht total überlaufen mit Menschen und wir haben einen schönen Spot gefunden von welchem wir Fotos des ersten Tageslichts in Amerika machen konnten.

Nachdem klar war das wir fit genug sind sollte eine kleine Herausforderung her. Ich hatte mich ein wenig umgehört und eine Wanderung auf den „Beehive“, den Bienenstock (fragt mich nicht woher der Name kommt, Bienen haben wir dort oben nämlich nicht angetroffen), klang genau richtig für uns. Nicht zu schwer aber eben auch nicht total einfach. Die Fotos anderer Wanderer sahen mega genial aus und der Beehive wurde als spektakuläre Wanderung mit Abenteuergefühl angepriesen. Ha, zum Glück war das alles was ich Shane erzählt habe bevor es losging. Ich hab mal ganz frech ausgelassen, dass es die zweitschwierigste Wanderung ist und nichts für Kinder, Ältere oder Leute die Probleme mit Höhen haben, oder der Tatsache, dass man sich öfters mal nur an den Felsvorsprüngen, Ästen oder Metallgriffen  festhalten konnte um weiter nach oben zu kraxeln. Ein Zaum oder Seil, dass einen vor einem tiefen Fall schützen sollte gab es dort nämlich nicht und auch wenn es sich nicht wirklich lebensgefährlich angefühlt hat konnte ich nachvollziehen, warum dieser Berg nichts für schwache Nerven ist. Aber der Ausblick….ein Traum! Im Anschluss und auf dem Rückweg (zum Glück mussten wir nicht den gleichen Weg zurück) ging es noch an einem Badesee vorbei der uns sehr an den Film „Stand by Me“ erinnerte. Könnt ihr Euch noch an den Film erinnern und an die vier Jungs die schwimmen gehen und schließlich mit Schrecken feststellen, dass es in deren Badesee Blutegel gibt? Jap, wir hatten auch Blutegel im Wasser. Zum Glück hat die jemand gesehen bevor wir ins Wasser gehen konnten. Das wars dann gewesen mit der Abkühlung.

Wir hatten den Jordan See bereits kurz an einem Tag vorher gesehen, doch ich fand den See so toll, dass ich nochmals hinwollte zum Fotos machen und drum herumlaufen. Das Wasser des Sees ist nämlich so klar, dass man den Grund sehen kann, während sich im Hintergrund zwei Berge auf der Wasseroberfläche spiegeln wenn es still ist. Mein absoluter Lieblingsspot im ganzen Park. Ich hätte da stundenlang auf einem der Steine sitzen können um einfach nur aufs Wasser zu schauen, dem Vogelgezwitscher zuzuhören oder den vorbeiziehenden Wolken nachzusehen.

Nach all dem Bergauf sollte es erstmal wieder auf gerader Strecke weitergehen. Der Ozeanweg entlang der Küste ist geradezu perfekt dafür. Über sechs Kilometer geht es da vom Sandstrand Richtung Otterklippe, an vielen Wanderwegen, spektakulären Klippen und kleinen Wegen die zu schönen Aussichtspunkten führen vorbei. Wir blieben für knapp zwei Stunden an einem Ort der Donnerloch heißt, saßen in der Sonne und genossen die Zeit im Freien. Das Donnerloch ist nämlich dafür berühmt, dass es während der Flut zweimal am Tag zu einer Wasserfontäne kommt die in den Himmel hochschießt wenn sich das herankommende Wasser in zwei Felsen hineindrückt und durch ein Loch nach oben und wieder ins Freie gepresst wird. Nur leider hatten wir kein Glück. Die Flut kam doch scheinbar nicht stark genug um diese Fontäne zu erzeugen. Bedeutet schlichtweg, dass wir nochmal kommen müssen. Kurz danach haben wir dann Leute auf einer Klippe gehört die aufgeregte Aaahs und Ooohs um sich riefen. Das mussten wir natürlich nachverfolgen und saßen wieder für eine Stunde auf einer Klippe um den Naturschauspiel von einem Fischschwarm jagenden Seerobben zuzuschauen. Unser Spaziergang endete an der Otterklippe und dem perfekten Spot um sich im Felsenklettern zu üben (was wir nicht gemacht haben).

Ein weiteres Highlight war ein Spaziergang zur Bar Insel, was man nämlich nur zur Ebbe machen kann, wenn die Insel über eine kleine Landzunge für knapp 1,5 Stunden erreichbar ist.

Wenn man Leuchttürme mag ist Maine der richtige Bundesstaat. Ich hab dann irgendwann aufgehört alle Leuchttürme zu zählen die wir gesehen haben, es gibt allerdings einen echt tollen auf der anderen Seite der Insel. Bass Harbor Head Leuchtturm sitzt auf einer Klippe, umgeben von Bäumen, und ist leicht zu übersehen wenn man nicht weiß wie man hinkommt. Man muss ein wenig auf den Felsen herumklettern um einen Punkt zu erreichen von welchem man einen guten Blick erhaschen will und ich wird sicherstellen, dass ich beim nächsten Maine-Besuch einen erneuten Abstecher mache, dann aber zum Sonnenuntergang.

Wenn man so nah an der Natur ist, ist natürlich klar, dass es auch eine unglaubliche Anzahl an wilden Tieren gibt. Ich glaub wir haben alles gesehen was Wasser, Land und Luft in Maine hergibt und einen tollen Einblick in das Habitat der regionalen Tierwelt bekommen als wir eine „Natur Bootsfahrt“ mitgemacht haben. Die war angepriesen als Puffin Tour aber Puffins waren bei weitem nicht die einzigen Tiere die wir gesehen haben. Robben, Wale, Delfine, Adler, Rehe, Eichhörnchen…alles dabei gewesen. Ich hab noch nie so viel über Tiere gelernt wie in dieser drei stündigen Bootstour.

Die Woche ging so schnell vorbei und ich wollte Bar Harbor echt nicht verlassen, doch ich wusste, dass unsere nächsten zwei Stopps auch toll werden würden. Also sagten wir Auf Wiedersehen und machten uns auf den Weg nach Augusta, der Hauptstadt des Bundesstaates Maine, wo wir eine Woche in einem kleinen Örtchen namens Hallowell verbringen würden. Auf dem Weg dorthin musste Shane noch einen kleinen Umweg für mich machen, damit ich ein Foto vom Haus eines der wohl berühmtesten amerikanischen Autoren in der Welt machen konnte. Stephen King lebt und schreibt nämlich in Maine und hat ein Riesenhaus in der Stadt Bangor, eine Stunde von Bar Harbor entfernt, das aussieht, als wenn es aus einem seiner Bücher stammt. Fledermäuse auf den Zäunen, komische Skulpturen im Garten und eine Hausfassade die an Geisterhäuser erinnert. Das war echt cool, vor allem da ich zu dem Zeitpunkt gerade eines seiner letzten Bücher las. Das Institut spielt in den Wäldern von Maine und ist genau was man sich von einem Stephen Kind Buch erwartet: Fesselnd von Anfang bis Ende.

Wo haben wir übernachtet?

Fragt mich bitte nicht wie ich diese Orte finde aber ich muss da echt ein Gespür für haben, den unsere Unterkunft in Hallowell war einfach nur fantastisch. Maple Hill Farm hat zwar ein paar Ahornbäume auf dem Grundstück aber das Fantastische sind die Lamas. Ja, Lamas!!!! Und das ist nicht alles. Die Farm und das B&B gehört einem ehemaligen Päarchen, die noch immer zusammen arbeiten und die dort auch einen Konferenzplatz und Sommer Camps anbieten sowie einen Ort an dem man sich das Ja-Wort geben kann. Wir haben das zufällig sogar am letzten Tag von der Veranda aus live miterlebt. Romantik pur. Oh die produzieren übrigens auch ihren eigenen Strom (Solar und Windenergie) und wurden in den letzten 13 Jahren immer zum besten (und grünsten) B&B in Maine gekürt. Es fühlt sich alles ein wenig „hippie“ an, was es irgendwie auch ist, aber es ist der perfekte Spot um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und den Alltagsstress zu vergessen.

Was haben wir gemacht?

Überhaupt nichts! Und damit meine ich, dass wir absolut keine Pläne für diese eine Woche gemacht haben. Wir haben ausgeschlafen, jeden Morgen ein leckeres und hausgemachtes Frühstück verschlungen, welches übrigens von Vince jeden Tag frisch zubereitet wurde mit den Eiern der eigenen Hühner im Garten. Dann ging es mit einem Kaffee auf die Veranda, wo ich für eine gefühlte Ewigkeit in den bequemsten Schaukelstühlen die ich je benutzt habe hin und her schaukelte. Dann sind wir eine Runde spazieren gegangen und landeten abends immer in einem der vielen kleinen Lokale in Hallowell, einen kleinen aber sehr liberalen Städtchen das eine kleine aber gute Auswahl an Restaurants anbot.

Als wir an unserem ersten Abend wieder ins B&B zurückkamen, bot uns Scott (der andere Inhaber neben Vince) ein Getränk aus der Hauseigenen Bar an und lud uns ein an einer Weinprobe teilzunehmen. Es gab nämlich noch ein anderes Pärchen im B&B, die auch Winzer sind und ein paar Flaschen mit dabei hatten zur Verköstigung. Da saßen wir dann zu sechst (Scotts neuer Ehemann stieß auch noch dazu), Wein trinkend bis in die Morgenstunden die mit einer traditionellen irischen Gesangseinlage von Shane endete weil die Winzer auch noch Folkloresänger sind und alle irischen Lieder kannten. Also so was passiert uns auch nicht alle Tage.

Einen Tag hatten wir dann zur Erkundung von Portland bestimmt, einer größeren Stadt die nur eine Stunde von uns entfernt an der Küste lag. Es sah leider so aus als wenn Portland recht hart von Covid getroffen wurde. Viele Geschäfte waren geschlossen und verbarrikadiert. Die Tatsache, dass wir auch direkt neben dem Rathaus parkend auf ein „Obdachlosen“-Camp vor den Stufen des Rathauses gestoßen sind, hat die Stadt nicht sympathischer gemacht. Allerdings haben wir auch wirklich nur einen klitzekleinen Teil gesehen und ich hatte vorher viele positive Sachen von Portland gehört. Jedenfalls sind wir recht schnell wieder aus der Stadt raus und nach Cape Elizabeth und dem dazugehörigen Portland Head Leuchtturm gefahren. Und der war der Hammer, so auf den Klippen sitzend, umgeben von Grün und vor einer malerischen blauen Himmelskulisse mit perfekten Schäfchenwolken.

Ansonsten führten uns unsere täglichen Spaziergänge durch Augusta, der Hauptstadt des Bundesstaates Maine, durch Hallowell selbst und einem See, der direkt über das Grundstück des B&Bs durch einen Wald erreichbar war.

Klingt vielleicht nicht nach dem aufregendsten Urlaub den wir je hatten, es fiel uns dennoch schwer Hallowell und Maple Hill Farm, mit den nettesten Inhabern die man sich vorstellen kann, deren zwei Katzen, den Lamas und den frei lebenden Truthähnen im Garten auf Wiedersehen zu sagen. Zumal wir nicht wissen ob wir nochmal dort übernachten werden können, denn das B&B soll verkauft werden. Beeilt Euch also wenn ihr noch einen Abstecher machen wollt, ihr werdet es nicht bereuen.

Zwei Wochen waren plötzlich schon um und wir hatten die letzte Woche und die längste Fahrt zum nächsten Ort vor uns. Es ging knapp neun Stunden Richtung Westen, zurück in den Bundesstaat New York und in eine Region namens „Finger Lakes“ (Finger Seen).

Wo haben wir übernachtet?

Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätt ich glatt gesagt zu Hause bei unseren Eltern. Denn genauso hat es sich im „Another World B&B“ angefühlt, dass von zwei Briten, einem Kanadier und einer Deutschen geführt wird. Ab dem Moment unserer Ankunft wurden wir wie Familie behandelt. Das B&B selbst liegt in einem Ort namens Naples, im Herzen der Finger Lakes Region im Bundesstaat New York, obwohl man von hier näher an Kanada als an New York City ist. Und ich hatte schon wieder den Jackpot erwischt. Was auch immer es war das mich dazu bewegte dieses B&B auszusuchen statt eines an einem der größeren und bekannteres Seen, ich hab es wieder ins Schwarze getroffen. Unser B&B lag in einem Tal, umgeben von Weinbergen und niemandem der einen stören könnte, bis auf einen Schwarzbären, der ein paar Wochen vor unserer Ankunft plötzlich im Garten stand und weggeworfene Kekskrümel mampfte. Zurückgekommen ist er in unserer Woche leider nicht aber vielleicht auch besser so nicht beim Türe öffnen am Morgen plötzlich vor einem Bären zu stehen.

Was haben wir gemacht?

Nach unserer Woche auf der Farm sind wir in New York doch wieder ein wenig aktiver geworden. Unsere Energie war wieder aufgeladen und wir bereit fürs nächste Abenteuer. Auch hier an den Finger Lakes sollte alles zu 90% draußen stattfinden, was ein wahres Kinderspiel war. Mir war bewusst, dass diese Ecke genug Wasser hat aber ein wenig unvorbereitet auf die Einsicht wie viel es denn dann wirklich ist waren wir schon. Egal wo man hinschaute, Flüsse, Seen, Wasserfälle, Teiche…hier gibt’s einen eigenen State Park für die noch so kleinste Pfütze und ich mein das im Positiven! New York ist echt der Hammer.

Getoppt wurde das alles von den Besitzern unserer Unterkunft. Wir sind am Tag der Anreise erst recht spät angekommen, so dass John und Carol uns sprichwörtlich die Koffer aus den Händen gerissen haben damit wir ja noch ganz schnell in eines der Restaurants kamen zum Abendessen. Zum Glück waren sie noch wach als wir nach dem Essen zurückkamen und wir teilten die Flasche Wein natürlich sehr gerne mit ihnen auf deren Veranda bevor es ins Bett ging.

Nach einem Frühstück für Könige am nächsten Morgen, begannen wir den Tag entspannt mit einer Fahrt entlang der Weinberge und stoppten in Canandaigua, der Stadt die dem abgrenzenden See ihren Namen gab. An dem Tag war es extrem windig, dafür aber umso schöner um stundenlang entlang des Ufers aufs Wasser zu schauen, herumzuspazieren, das größte Eis das wir jemals gesehen haben zu verputzen und einfach nur auf einer vielen Metallschaukeln abzuhängen.

Mehr Wasser musste her und so fuhren wir am nächsten Tag zum Letchworth State Park. Der ist in drei Wasserfall-Bereiche gegliedert, die man gut in zwei-drei Stunden ablaufen kann. Ich geh stark davon aus, dass der Park in Nicht-Covid-Zeiten total überfüllt mit Touristen sein muss, doch bei uns wars mal wieder perfekt. Wenig Leute, genug Sonnenschein mit tollen fluffigen Wolken und Adlern, so weit das Auge reicht. Mit Fotos machen und Landschaft genießen ist da schnell eine Tagesaktivität draus geworden. Dafür gab es dann ein gemütliches Lagerfeuer im Garten bei unserer Rückkehr und selbstgemachte Macarons von Carol. Ich sag ja, wie zuhause.

Unsere Freunde Marianne und Ciaran hatten sich dazu entschieden ebenfalls für ein paar Tage zu kommen, was total super war, denn die beiden sind eine Woche später erstmal auf unbestimmte Zeit wieder nach Irland gezogen. Es war also super ein paar Tage mit ihnen und weit weg von der Hektik New Yorks zu verbringen. Statt Hochhäusern haben wir den Watkins Glen State Park zusammen entdeckt und sind am Seneca See entlangspaziert. In den zwei Tagen die sie bei uns waren haben wir sogar eine Weinprobe bei Inspire Moore in Naples einplanen können, sowie ein entspanntes BBQ mit den B&B Inhabern und eine Mitternachts-Kayak Fahrt um den Mondaufgang zu sehen. Könnt ihr Euch was Tolleres vorstellen?

Wie wärs mit mehr Wasser und US Geschichte? Es gibt in der Finger Lake Region nämlich einen Ort namens Seneca Falls, dem Geburtsort der amerikanischen Frauenbewegung. Das musste ich natürlich sehen und obwohl das Museum wegen Covid geschlossen war hat die Stadt selbst es sehr gut hingekriegt diesen wichtigen Punkt in der US Geschichte überall erlebbar und spürbar zu machen. Im Anschluss gings auf dem Weg nach Ithaka noch an den Taughannock Wasserfällen vorbei bevor wir die Rückreise nach Naples antraten.

Unser letzter Tag ist ungeplanter Weise zu einem kleinen Abenteuer geworden. Wir hatten mehrfach von einem kleinen aber schönen Wanderweg direkt um die Ecke gehört, der ebenfalls ein paar Wasserfälle hatte (selbstverständlich mehr Wasserfälle). Grimes Glen Park heißt das Ding und es ist wirklich nur eine kurze Wanderung, die aber umso toller wurde weil der Weg irgendwann aufhörte und man durch das Wasserfallwasser waten muss um weiterzukommen. Selten hab ich mich so sehr über die Tatsache gefreut Wadentief im kühlen Nass zu stehen, da wars mir dann auch total egal, dass meine Wanderschuhe irgendwann die Wasserfestigkeit verloren.

Der Abschied fiel uns unsagbar schwer. Wir hatten uns dort so wohl und zuhause gefühlt und sind unseren Gastgebern noch immer dankbar für ihre Gastfreundlichkeit. Das war warscheinlich auch der Grund warum wir aus Versehen den Zimmerschlüssel mitgenommen hatten. Das ist uns natürlich erst auf halber Strecke aufgefallen. Tja, müssen wir wohl nochmal nach Naples fahren um den Schlüssel abzugeben, gell? (Keine Panik, wir waren verantwortungsbewusst genug und haben den Schlüssel direkt per Post zurück geschickt).

So schnell gehen drei Wochen vorbei und ein Sommerurlaub den wir so zwar nicht geplant hatten, der aber dafür trotz weltweiter Pandemie umso toller geworden ist.

After quarantine weekend trip – Nach Quarantäne Wochenendtrip

Featured

THREE MONTHS! We have quarantined for three months. I would ask if you have any idea what it’s like to quarantine for three months but the whole world did it! Kind of makes you feel a little bit less special, doesn’t it?

You have read about our lives in the epicenter of the American Covid crisis, so I don’t need to get into that anymore. Instead I can concentrate on our first trip after quarantine. And yes, I am fully aware of the fact that when I started writing this text it was June and now it’s September…I know, I’m terrible. But I have been working on a little side project that is almost ready to be announced. You’ll grand me some slack when you hear how I used the last few months. So stay alert.

Back to our first trip. Shane and I were in desperate need of a break. Shane had worked hard to win the election for a seat of Ireland in the UN Security Council, which they did (yay!), while I have dealt with hundreds of calls from Austrian citizens trying to travel home. It has been a few busy months.

Trying to find a place where we could go was even more difficult. Many places wouldn’t let you stay for a few days without a two week quarantine. The fact that we live in New York was, at that point, also more a hindrance than an advantage. When we started our research for places, New York was still seen as the worst place to be with too many COVID cases and no one wanted to let us in.

Finally my research led us to a small little island that was happy enough to take us. I assume they were desperately looking for a few guests to fill their hotels, guesthouses and restaurants. Our decision to really go to Nantucket Island was final when we heard how we’d be travelling, because the rumors are true, you can take a ferry from New York City to Nantucket island. Holy guacamole.

Why are you so over the moon about the fact that there is a ferry, you ask? Well, this ferry would take us to Nantucket, which is an island that belongs to the Massachusetts, in six hours. SIX HOURS. Do you have any idea what that meant to us after being stuck in an apartment the size of someone else’s living room? We’d have six blissful hours on a boat, in June, which almost guaranteed good weather, breathing on fresh air and looking at the endless ocean.

And it was all that. A non-crowded ferry boat cruising on still water under a blue sky, combined with great company (we travelled with another couple and a good friend of ours) and fully stocked bar. That’s how we do holidays. If it hadn’t been for my agonizing two hours of pure misery at the end of our trip, I could have done this journey over and over again. Agony, because I got sea-sick and misery, because for two hours I tried not to vomit into the ocean. Successful, if I may say at this point (patting my own shoulder). I think my “Let’s become a pirate if the world falls apart”-plan B has to vanish into thin air, like my sea-sickness did the second I set foot on this island. Couldn’t have done that two hours earlier, could ya?

That night, we only arrived around 10pm, I let Shane and the others head out for one more drink while I continued curing myself with a shower and snuggling into a comfy bed. It’s only a small exaggeration to say I felt like I’ve been hit by a car – or rather a ferry – the next morning. My tummy was still dealing with the sea aftermaths, so it was water and lots of water for me. The irony of filling myself with water when travelling on water was what had made me sick didn’t get lost on me.

It was time to try a different remedy. A 16 kilometer bike ride, one way, to the other side of the island. And it did the trick. I am definitely a land person. And it was gorgeous, the cycle, the company, the island, the wind in our hair, the beach we ended up at and the curious seals popping up everywhere, checking us out like we were trapped animals in a zoo. Everything was just perfect. I will admit that the fact that we had been locked up inside for a while might have also contributed to our insanely happy feelings. Nantucket basically gave us what we had longed for. A relaxing neighborhood-vibe, lots of outdoors time and cute restaurants that would grant us entry. After months of home cooked meals I couldn’t wait to exchange the apron around my waist for a cotton napkin on my lap. Shane’s gonna poke me when he reads this because I am exaggerating again. We actually ordered in quite a bit to support our local restaurants but it felt like I needed a break from kitchen duty.

Nantucket still felt a bit sleepy. We took the first ferry of the season and with COVID rules of socially distancing a lot of places hadn’t opened up yet, like the Whaling Museum, or weren’t fully prepared for tourism yet. And since we had another couple joining us, Dave and Sohini from Boston, we ended up being a group of 7 people. 7 people however couldn’t sit at a table in the restaurant and we ended up splitting the group in 3 and 4, changing dinner partners for each of the three nights we stayed on Nantucket. It wasn’t perfect but we made it work.

Since I didn’t really feel the urge to get back onto water any time soon, I let the gang take off on a fishing trip the next day while that would give me time to stroll in and out of shops and take the camera for a spin. Sohini was so nice and kept me company and we ended up in a lovely beach shack (nothing on Nantucket is a shack, it’s the freaking most expensive island in the US!) were we ate our weight in fresh oysters.

So while we ate water the ocean provides us with, the others tried their luck hunting for it themselves and I have to give it to them, they did well. Shane’s fishing skill make me hopeful for future apocalypses to come.

The Island was then hit by a severe thunderstorm that basically struck a lightning bolt right next to the others in the harbor after returning from their trip. It gave them goosebumps and made their hair stand up and left everyone using T-Mobile on their cell phones without any service for the rest of the vacation. Definitely island life. We had to plan when and where to meet because we couldn’t call each other, like back in the days when we were in school.

Our last full day gave us any type of weather we could think of. Thunderstorm with lightning, rain, sunshine, clouds and fog. It was great for taking photos. Especially when we arrived at an almost empty beach after another cycle and the fog came rolling in. Quite eerie to be honest and I kept my eyes open for an ancient pirate ship to appear somewhere in the mist. No wonder the movie “The Fog” is set in New England.

And then the whole trip was over. Well, almost. My tummy sent a few silent Thank you’s to whoever is “Upstairs” because we couldn’t take the 6 hours ferry back to New York and had to rent a car and drive. So we took a short ferry trip to the mainland, picked up our car and passed through Massachusetts, Rhode Island and Connecticut before arriving back home in New York. And since it was such a blast, Shane and I decided to go on our annual summer holiday just three weeks later. The adventures of that trip through Maine and Upstate New York will come to you shortly but right now, sit back and enjoy the photos from Nantucket.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

DREI MONATE! Wir haben für drei Monate quarantiert! Ich würd Euch ja fragen ob Ihr irgendeine Idee habt wie es sich anfühlt drei Monate in Quarantäne zu verbringen aber die ganze Welt hats gemacht! Kommt man sich irgendwie nicht mehr ganz so wichtig vor, was?

Ihr habt ja bereits darüber gelesen wie es war im Epizentrum der amerikanischen COVID Krise zu leben darum will ich dazu gar nicht mehr viel sagen. Stattdessen kann ich mich voll auf unseren ersten Wochenendtrip nach der Quarantäne konzentrieren und ja, ich bin mir vollkommen der Tatsache bewusst, dass ich diesen Text hier im Juni angefangen habe zu schreiben und nun ist es September…Ich weiß, ich bin schrecklich verplant. Allerdings habe ich eine Ausrede. Ich habe nämlich nebenbei an einem kleinen Projekt gearbeitet welches fast fertig ist um offiziell angekündigt zu werden. Ihr werdet es mir verzeihen sobald Ihr hört was ich die letzten Monate gemacht habe. Also, dran bleiben J

Zurück zu unserem Trip. Shane und ich brauchten ganz dringend ne Pause. Shane hat trotz Covid hart daran gearbeitet, die Wahl für den Sitz im UN Sicherheitsrat für die Iren zu gewinnen und natürlich Erfolg dabei gehabt (jippieh!), während ich mit Hunderten an Anrufen von besorgten österreichischen Staatsbürgern umgegangen bin, die trotz Reisestopps verzweifelt versuchten zurück nach Hause zu fliegen. Es waren also ein paar hektische Monate für uns.

Der Versuch im Anschluss einen Ort in den USA zu finden wo man einen Trip hinmachen könnte war umso schwieriger. Viele Bundesstaaten ließen einen ohne zweiwöchige Quarantäne nichtmal ins Foyer des Hotels, geschweige denn das Zimmer. Zu dem Zeitpunkt war die Tatsache, dass wir aus New York kamen eher eine Hürde. Ihr erinnert Euch, Epizentrum NYC usw. Als ich meine Recherche anfing wurde New York noch als schlechtester Ort mit zu vielen Infektionen in den Vereinigten Staaten von Amerika angesehen und keiner wollte uns haben. Das nenn ich mal kalte Schulter zeigen.

Schließlich hab ich dann eine kleine Insel gefunden, die uns nahezu mit offenen Armen empfing (aber auch nur fast). Ich hatte eher das Gefühl, dass die selbst verzweifelt auf der Suche nach Gästen waren um ihre Hotels, B&Bs und Restaurants zu füllen. Die Entscheidung fiel dann endgültig auf die Insel Nantucket als wir hörten wie man dorthin reist. Die Gerüchte entsprachen nämlich der Wahrheit und man nimmt von New York aus einfach eine Fähre nach Nachtucket. Wahnsinn!

Ihr fragt Euch warum ich mich so sehr über die Tatsache gefreut habe mit einer Fähre zu reisen? Tja, diese Fähre würde uns in sechs Stunden nach Nantucket bringen, einer Insel die zum US Bundesstaat Massachusetts gehört. SECHS STUNDEN. Habt ihr irgendeine Ahnung was das für ein Gefühlschaos in uns ausgelöst hat nach Monaten die wir in unserer Wohnung verbracht haben, die knapp so groß ist wie viele eurer Wohnzimmer. Ich liebe Shane ja schon sehr aber nach Monaten der Zweisamkeit wars dann auch für mich mal genug J. Eine Fahrt mit der Fähre bot uns sechs glückselige Stunden mit nahezu gut-Wetter-Garantie im Juni, viel Frischluft und dem endlosen Ausblick auf den Ozean.

Und es war all das und noch viel mehr. Die Fähre war COVID bedingt nahezu leer und zischte auf stillem Wasser und unter dem schönsten blauen Himmel den man sich vorstellen konnte unserem Ziel entgegen. Gepaart war das dann alles noch mit toller Gesellschaft (wir sind mit einem weiteren Pärchen und einem guten Freund gefahren) und einer voll bestückten Bar an Bord. So machen wir Urlaub. Wäre es nicht für zwei Stunden Agonie und Elend am Ende der Fahrt gewesen hätte ich die Reise wieder und wieder gemacht. Agonie, weil ich seekrank geworden bin und Elend, weil ich zwei Stunden lang konzentriert versucht habe nicht in den Ozean zu kotzen. Erfolgreich, will ich nur mal eben an dieser Stelle anmerken (Schulterklopf). Ich befürchte mein „Ich werde Piratin wenn die Welt zusammenbricht“-Plan B hat sich sprichwörtlich im Wasser aufgelöst, wie meine Seekrankheit, die nämlich auf die Sekunde genau und mit Betreten festen Inselbodens wieder weg war. Hätte ja auch ruhig zwei Stunden früher passieren können, oder?

In der Nacht, wir sind nämlich erst um 22 Uhr angekommen, habe ich Shane und die anderen alleine losziehen lassen um noch einen Absacker zu trinken, während ich mich mit einer warmen Dusche und in ein kuschligen Bett fallen lassen selbst kurierte. Ich übertreibe wirklich nur ein kleines bisschen wenn ich sage, dass ich mich am nächsten Tag gefühlt habe als wenn ich von einem Auto – oder eher einer Fähre – angefahren worden wäre. Mein Magen kämpfte noch immer mit den Auswirkungen des Meeres, was Wasser und noch mehr Wasser trinken für mich bedeutete. Die Ironie mir mehr Wasser einzuflößen wenn es genau das Reisen auf Wasser war was mich so krank gemacht hat ist auch mir nicht entgangen. Vielen Dank.

Es war Zeit ein anderes Heilmittel zu finden: eine 16 Kilometer lange Radtour (nur in die eine Richtung), auf die andere Seite der Insel. Und es hat funktioniert. Ich bin definitiv keine Wasserratte.

Und es war glorreich. Das Radfahren an sich, die Gesellschaft, die Insel, der Wind in unseren Haaren, der Strand an dem wir eine Rast hielten und die neugierigen Robben die überall im Wasser hochkamen und uns angeschaut haben als ob wir die Tiere im Zoo wären. Der ganze Tag war perfekt. Ich geb zu, dass unser Gefühl von Freiheit wahrscheinlich zum Großteil der vorherigen Einsperrung zu Hause zu schulden ist. Nichtsdestotrotz hat uns Nantucket genau das gegeben was wir so sehnsüchtig gebraucht haben. Ein entspanntes Nachbarschafts-Gefühl, viel Zeit im Freien und süße kleine Restaurants die uns willkommen hießen. Nach Monaten an Hausmannskost konnte ich es kaum abwarten die Schürze um meine Hüften gegen eine Stoffserviette auf meinem Schoß einzutauschen. Oh mann, wenn Shane das liest wird er mich bestimmt anstupsen, weil ich schon wieder übertreibe. Wir haben nämlich eigentlich recht häufig bestellt und liefern lassen um die kleinen Restaurants bei uns in der Nachbarschaft finanziell zu unterstützen. Trotzdem wars ganz nett eine kleine Pause von der Küchenpflicht zu haben.

Nantucket fühlte sich noch ein wenig verschlafen an. Wir hatten die erste Fähre der Saison genommen und mit den akuten COVID Regeln und all dem Distanz halten waren einige Plätze noch nicht geöffnet, wie z.B. das Museum zum Walfang, oder sie waren noch nicht für die neue Art des Tourismus vorbereitet. Wir hatten noch ein anderes Päarchen, Dave und Sohini aus Boston, dass uns auf Nantucket getroffen hat und waren letztendlich eine Gruppe von 7 Personen. 7 Personen konnten nur leider nicht am gleichen Tisch im Restaurant sitzen. Wir mussten uns also jeden Abend in einen Tisch mit 3 Personen und einen Tisch mit 4 Personen aufteilen. Es war nicht ideal aber definitiv machbar. Ich mein es herrscht halt eine Pandemie.

Nachdem ich noch nicht so wirklich wieder den Drang verspürte mich aufs Meer zu begeben, ließ ich die andern am nächsten Tag alleine zu einem Fischtrip lostuckern. Das gab mir ein wenig Zeit in den Geschäften zu stöbern und die Kamera rauszuholen. Sohini war so lieb und blieb ebenfalls zurück um mir Gesellschaft zu leisten und wir endeten irgendwann in einer netten Strandbude (also wirklich nichts auf Nantucket kommt einer Bude gleich, Nantucket ist die teuerste Insel in Amerika!) wo wir unser Gewicht in Austern runterschlürften. Und während wir aßen was uns der Ozean zur Verfügung stellt, probierten die anderen ihr Glück selbst Hand anzulegen und ich muss wirklich gestehen, die haben einen wirklich guten Job geleistet. Shane’s Anglergeschick gibt mir Hoffnung für die nächste Apokalypse.

Schließlich wurde die Insel von einem heranrollendem Unwetter getroffen und der Blitz schlug direkt neben den anderen am Hafen ein als sie wieder von ihrem Trip zurückkehrten. Ihnen standen sprichwörtlich die Haare zu Berge und alle T-Mobile Benutzer waren dann für den Rest unseres Trips erstmal ohne Empfang. Da ging nix mehr. Keine Email, keine SMS, kein Anrufen. Inselleben halt. Und so mussten wir wie früher zu Schulzeiten planen wann wir uns wo treffen würden. Fragt mich bitte nicht wie das in einem Land wie Amerika möglich ist…

An unserem letzten vollen Tag haben wir wetterbedingt mal alles durchgespielt. Gewitter mit Blitz und Donner, Regenguss, schönster Sonnenschein, Wolken und sogar Nebel. Ein grandioser Tag zum Fotografieren. Vor allem der Moment als wir nach einer weiteren Radtour an einem leeren Strand ankamen und sahen wie der Nebel langsam über die Insel einher rollte. Schon ein wenig gespenstig und ich hab im Nebel brav Ausschau nach einem Geister-Piratenschiff gehalten. Kein Wunder, dass der Film „Der Nebel“ in Neuengland gedreht wurde.

Und dann war der ganze Trip schon wieder vorbei. Naja fast. Mein Magen hat einige stille Dankessprüche nach „oben“ geschickt da wir die Fähre nämlich nicht zurück nach New York nehmen konnten. Die geht nämlich nur am Wochenende und wir traten unsere Rückreise an einem Dienstag an. Es musste also ein Mietwagen herhalten, den wir nach einer 1stündigen Fahrt mit der Fährt am Festland abholten und schließlich über Massachusetts, Rhode Island und Connecticut wieder nach Hause fuhren. Und da unser Trip so ein Erfolg war, haben Shane und ich entschieden drei Wochen später unseren Sommerurlaub in Amerika anzutreten. Die Abenteuer unseres Urlaubs in Maine und im Norden des Bundesstaates New York gibt es dann auch bald zu lesen aber jetzt heißt es erstmal zurücklehnen, entspannen und die Fotos aus Nantucket genießen.

A southern Thanksgiving – Südliches „Thanksgiving“

Featured

Since we have celebrated our first traditional American Thanksgiving in New York last year and because the weather forecast was rather disheartening, we decided to give ourselves a little break from the cold and cooking a Thanksgiving meal and spend the holiday somewhere else.

We are moving quickly enough through our 50 US states and finding a warmer spot in November reduces the places one wants to go to, so we chose the South, a place in Georgia called Savannah and yes it is as lovely as it sounds!

Shane and I both took Friday off so we could leave early on Thanksgiving Thursday which was one of the best decisions ever. Travelling on a public holiday means empty streets and airports. We have never been through all the airport checks that quickly. Amazing! Our slightly turbulent takeoff was at 9.40 and Touchdown in Savannah with sunshine and 23 degrees just before noon. Easy-peasy out of the airport into the taxi and 20 minutes later arrival at our destination. Our taxi driver was also really sweet. When he heard that I am from Germany, she wanted to know everything about Germany because her son will move to Frankfurt early next year and she couldn’t wait to go over to visit him and all the important sights in the area.

We stayed in a B&B again (since that had worked out so well in the past), which had also been recommended to us by my colleague Susanne who has stayed there several times now since she got married in Savannah ten years ago. And again our B&B was a “jackpot”. Well, more explicitly it was a historic Inn, the Eliza Thompson House, which had been built as a private residence in 1847. In the second half of the 20th century it has shortly been a dentist office before it was sold again and turned into an Inn. Lucky us, especially because the Inn is located in one of Savannah’s nicest streets, Jones Street, covered in red cobblestones and framed by an avenue of trees. So idyllic. Everywhere you look there are stunning trees with Spanish Moss hanging down from them, definitely something I hadn’t seen before.

Upon arrival our room wasn’t ready yet so we went for a walk and decided to join one of the many hop on / hop off buses cruising through the historic part of Savannah and giving us an idea about the place. Savannah is the oldest city in the state of Georgia and was founded by General James Oglethorpe in 1733. That’s basically as far back as it can go in American history when talking about “real” cities and therefore Savannah is bursting with charm. Furthermore the city has 22 parklike public squares that invite people to picnic, take photos and just relax under a canopy of trees.

Approximately two hours later our room was ready and us completely relaxed and ready to try out Savannah’s nightlife. Since it was Thanksgiving evening the Inn told us that they had prepared a bit of food for all the guests, so we stayed in and joined others in the B&B’s “living room” for a chat. Such a lovely idea for getting to know other people and not having to cook yourself on a public holiday. After a few glasses of Sherry (yes, they had Sherry as well, like the other B&B we stayed in in Connecticut. Must be a “thing” with American B&Bs) Shane and I wanted to go for a short evening walk when suddenly the staff carried in three cakes. All completely normal, they told us. You have to understand, this Inn prepares cheese, nibbles and wine every day for the guests from 5.30-7 and coffee and freshly baked goods at 8pm. Holy guacamole – this place was heaven! So obviously we didn’t go for a walk but tried a little piece here and there and finished everything with another glass of Sherry before going to bed happily and falling asleep to the sound of the water fountain in the garden.

A new selection of home made cakes every evening!

Honestly, if the holiday had ended there it would have already been an amazing trip but my camera wanted to be taken out and days of sunshine and 20 degrees where just perfect for it. So we strolled through Forsyth Park, almost all squares, passed beautiful houses on our way to the city center and finally ended up in the prohibition museum which gives a great background insight into that era of alcohol ban and how women and men managed to get their “drink” at last. We followed their example and finished the museum tour in its own little “speakeasy”, a lovely bar with plenty of alcohol hidden behind a boring looking door that only granted access by giving a password. That was done really nicely and the cocktails refreshing and delicious. On our way back towards the Inn we ran into a concert held on the main junction of the city center where they had erected and just lit this years’ Christmas tree. Another great and unexpected experience. Back at our Inn we finished the day with a piece of cake and a glass of sherry, of course.

We had a day full of excitement planned for Saturday. After breakfast we toured the Savannah College of Art and Design (SCAD), a private nonprofit art school, which was founded in 1978 and offered degrees not yet provided in the southeast of the United States. Today SCAD has locations in Savannah, Atlanta, Hong Kong and Lacoste in France. We were absolutely amazed by the school and daydreaming about enrolling to it but it’s an expensive school and if you cannot afford the six-figure fees per term you are out of school faster than you think – but that’s what it’s like in America. Afterwards we treated ourselves to a nice cup of coffee in SCAD’s own café next door where you’ll be handed your coffee out of a British double-decker bus. All very creative!

We were ready for the food tour we had booked afterwards. For three hours we went in and out of eight restaurants, pubs or bakeries in order to get a delicious insight into what Savannah has to offer culinarily. Full didn’t even describe what I felt like and I was ready for a nap but instead we met a lovely couple from New Jersey in the Inn’s living room and ended up talking for hours. At least until we realized that we had to leave for our second tour of the day – or rather night. We had organized to join a ghost tour that was supposed to lead us to old houses and to tell us all the juicy and scary stories those historic buildings had to tell. Savannah is not short of dramatic and tragic stories I am afraid. The Revolutionary War in 1778, the American Civil War from 1861-65, two horrid fires that almost burnt the city down to its grounds and the outbreak of a yellow fever epidemic – Savannah really had its share of tragedy and lost too many people in its 200 year history, not to mention the toll of all the enslaved. All of this is obviously creating a playground for ghost hunter and Savannah is called the most haunted city in the United States. Did we see any ghosts during the tour? No. Did anything feel weird or haunted? No. Was our tour guide passionately convinced that one can see strange shadows in windows? Absolutely! And that was actually a very fascinating thing, his unbreakable faith in ghosts and that there are a lot of paranormal phenomenon happening in Savannah. Overall it was a nice tour and a lovely night walk but I think we would have enjoyed it a bit more had we gotten more information about the historic background of those legends instead of blurred photos allegedly proving that the dead walk amongst us.

Sunday was unfortunately also the day of our departure. Luckily our flight only left in the evening and we could use the day for more exploring. As if Savannah had known how sad we were to be leaving it started raining right after breakfast. So we met up with our new friends from New Jersey to go have lunch and cocktails at an oyster bar. Great decision and we stayed dry the whole time. The news was talking about a storm approaching the area, which meant that our plane was delayed by an hour and a little bit bumpy but on the positive side I saw a spectacular thunderstorm with lightning after lightning throughout the whole flight. A beautiful farewell from Mother Nature to an even more beautiful weekend.

I am sure we will visit Savannah again.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Nachdem wir im letzten Jahr bereits unser erstes echtes amerikanisches Thanksgiving in New York gefeiert hatten und auch für dieses Jahr wieder Schnee und Regen angesagt waren, haben wir uns spontan entschieden den Feiertag auswärts zu verbringen.

Wir gehen ja zackig durch unsere 50 Bundesstaaten und da wir es etwas wärmer haben wollten fiel die Auswahl auf einen Ort im Süden, im US Bundesstaat Georgia: Savannah. Hach, klingt genau so toll wie es auch gewesen ist.

Shane und ich hatten uns Freitags freigenommen und somit ging es am Thanksgiving Donnerstag in der Früh hinaus zu Flughafen. Sehr gute Entscheidung denn an einem Feiertag ist morgens nix auf den Straßen los und wir waren so schnell wie noch nie am Flughafen und durch alle Kontrollen durch. Der leicht turbulente Abflug war um 9.40 Uhr (der Norden Amerikas musste sich gegen eine Sturmfront wappnen) und Touchdown bei Sonnenschein und 23 Grad kurz vor 12 Uhr. Schwuppdiwupp waren wir aus dem Flughafen raus, im Taxi und nach 20 Minuten an unserem Ziel angekommen. Unsere Taxifahrerin war übrigens total toll. Als sie hörte, dass ich aus Deutschland komme wollte sie alles Mögliche von mir wissen weil ihr Sohn im kommenden Jahr dort in der Nähe von Frankfurt leben wird und sie sich schon richtig darauf gefreut hat ihn dann dort zu besuchen und sich die Schönsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anzusehen.

Unsere Unterkunft war mal wieder ein B&B (hatte ja beim letzten Mal so gut funktioniert), und wurde uns ebenfalls von meiner Kollegin Susanne empfohlen die vor 10 Jahren in Savannah geheiratet hat. Und das war auch wieder ein Volltreffer. Genauer gesagt war es ein historisches Inn, das Eliza Thompson House, welches in 1847 als private Residenz gebaut wurde. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde es schließlich verkauft und nach einer kurzen Phase in der eine Zahnarztpraxis sich dort eingenistet hatte schließlich wieder verkauft und zu einem Inn umgebaut. Was für ein Glück für uns. Das Inn liegt in einer der schönsten Straßen Savannahs, der Jones Strasse, mit rotem Kopfsteinpflaster und umrahmt von einer Allee an Bäumen. So idyllisch. Egal wo man hinschaut überall diese tollen Bäume von denen Spanischen Moos herunterhängt, also sowas hatte ich vorher noch nicht gesehen.

Da unser Zimmer noch nicht fertig war sind wir erstmal ein wenig spazieren gegangen und haben uns schließlich einer der Hop on / Hop off Bustouren angeschlossen, die uns durch den historischen teil Savannahs fuhren und einen Einblick in die Geschichte des Ortes gab. Savannah ist die älteste Stadt im US Bundesstaat Georgia und wurde 1733 von General James Oglethorpe gegründet. Damit geht es nahezu nicht weiter in der amerikanischen Geschichte zurück, was „richtige“ Städte angeht und dementsprechend sprüht es nur so vor historischem Charme. Außerdem sind 22 parkähnliche öffentliche Plätze über die Stadt verteilt und laden geradezu zum Picknicken, Fotografieren und Entspannen ein.

Knappe 2 Stunden später war unser Zimmer fertig, wir total entspannt und bereit das Nachtleben auszutesten. Uns wurde dann in der Unterkunft mitgeteilt, dass es jeden Abend von 17.30-19 Uhr einen Umtrunk mit Käse und Häppchen gibt und da heute Thanksgiving war würde das ein wenig größer ausfallen. Wir blieben also im B&B und saßen in gemütlicher Runde mit anderen Gästen im „Wohnzimmer“. Das war eine wunderbare Idee um andere Leute kennenzulernen, die wie wir an den Feiertagen nicht selbst kochen und dem Alltag entkommen wollten. Nach diversen Gläsern Sherry (ich glaub das ist ein Ding in den amerikanischen B&Bs, überall Sherry schlürfen) wollten Shane und ich noch einen Abendspaziergang machen als plötzlich drei Kuchen reingetragen wurden. Alles ganz normal hier, hieß es dann, um 20 Uhr stellen wir immer Kaffee und selbstgebackenen Kuchen (Bedeutung liegt definitiv auf der Mehrzahl hier) für unsere Gäste raus. Wir sind fast aus allen Wolken gefallen. Wir blieben also doch zuhause, probierten hier ein Stückchen und dort ein Stückchen, spülten alles mit noch mehr Sherry runter und gingen glücklich in unser historisches Schlafgemach um dort vom Geplätscher des Gartenbrunnens selig in den Schlaf gelullt zu werden.

Damit hätte der Urlaub für uns ja schon beendet werden können, doch meine Kamera wollte ausgeführt werden und bei sonnigen 20 Grad war der Tag geradezu perfekt. So flanierten wir also im Sonnenschein durch den Forsyth Park, die vielen kleinen Parkanlagen, entlang wunderschöner Häuser ins Zentrum der Stadt und endeten schließlich im Prohibitionsmuseum. Da gabs erstmal einen interessanten Einblick zum Hintergrund des Alkoholverbotes und wie Mann und Frau doch irgendwie ans fermentierte Gesöff gelangte. Wir folgten dem gleichen Beispiel und fanden uns im Museumeigenen „Speakeasy“ wider, einer versteckten Bar zu der man nur Zutritt durch ein Passwort erhielt. Wirklich gut gemacht und der Cocktail am Ende war auch sehr gut. Auf dem Rückweg zum Inn sind wir dann auch noch in ein Live Konzert geraten, welches im Stadtzentrum stattfand um das Anzünden der Lichter am diesjährigen Weihnachtsbaum zu feiern. Total nett und ein schöner Abschluss unseres Tages. Zurück im Inn mussten wir natürlich noch ein Stück Kuchen essen und ein Gläschen Sherry trinken, wie man das im Süden ebenso macht.

Für Samstag hatten wir ein straffes Programm. Nach unserem Frühstück ging es zum Savannah College für Kunst und Design (SCAD), einer privaten und gemeinnützigen Kunstschule die 1978 gegründet wurde und bis dahin im Südosten der USA noch nie angebotene Studiengänge ins Leben rief. Heute hat das College Standorte in Savannah, Atlanta, Hongkong und Lacoste in Frankreich. Wir haben eine kostenlose Führung mitgemacht und waren echt begeistert. Der Spaß kostet aber auch einiges und wenn man sich die Gebühren in sechsstelliger Zahl pro Semester eben nicht leisten kann endet der Traum der Design- und Kunstkarriere auch wieder sehr schnell – aber das ist halt so in Amerika. Im Anschluss gabs einen Kaffee im SCAD eigenen Café nebenan wo man sich den Kaffee aus einem britischen Doppeldeckerbus bestellt. Alles sehr kreativ!

Wir waren also geröstet ;) für die Foodtour die wir gebucht hatten. Drei Stunden lang ging es durch insgesamt acht unterschiedliche Restaurants, Pubs oder Bäckereien um einen kulinarischen Einblick in die Köstlichkeiten Savannahs zu gewinnen. Danach waren wir echt erstmal platt und ich bereit für ein Nickerchen. Stattdessen haben wir dann aber im Wohnzimmer unseres Inns ein sehr nettes Pärchen aus New Jersey kennengelernt mit denen wir ein paar Stunden durchgequatscht haben bis es schließlich Zeit für unsere zweite Tour des Tages war, oder besser gesagt der Nacht. Genau, wir hatten uns für eine Geistertour angemeldet, die uns mehr zu den historischen Häusern und deren gruseligen Geschichten erklären sollte. Savannah hat historisch leider einiges miterlebt. Erst den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1778, dann den Sezessionskrieg von 1861-65, zwei Großbrände welche die Stadt nahezu komplett zerstörten und der Ausbruch einer Gelbfieberepidemie – Savannah hat wirklich einiges mitgemacht und viele Leute in der 200 jährigen Geschichte verloren – von den vielen Sklaven ganz zu schweigen. All das bringt natürlich eine Unzahl an Geisterjägern etc. nach Savannah. Angeblich ist Savannah die Stadt in Amerika in der es am meisten spukt. Haben wir bei nächtlicher Wanderung Geister gesehen? Nein. Kam uns irgendwas spanisch vor? Auch nicht wirklich. War unser Tourguide Feuer und Flamme und sicher man Nachts in einigen Fenster komische Spukgestalten sehen kann? Aber so was von ja! Das war auch das Beste an der Tour, dieser unbeugsame Glaube dass es Geister gibt und dass es so viele unnatürliche Phänomene in Savannah gibt. Im Großen und Ganzen war es eine nette Tour und Abendwanderung, doch hätte ich mir mehr historischen Hintergrund zu den Legenden gewünscht statt verschwommener Bilder die angeblich beweisen, dass die Untoten unter uns weilen.

Und dann war auch leider der Sonntag schon gekommen und damit der Tag unserer Abreise. Unser Rückflug ging zum Glück erst am Abend und wir hatten und mit den beiden anderen Gästen die wir am Abend zuvor im Inn kennengelernt hatten zum Mittagessen verabredet. Als wenn Savannah gewusst hätte wie ungern wir abreisen wollten, hat es an dem Tag wie aus Eimern geschüttet, doch wir saßen gemütlich bei Austern und Cocktails im Restaurant und haben uns den Spaß nicht nehmen lassen. Dafür hatte unser Flieger am Abend eine knappe Stunde Verspätung. Der Regen in Savannah war nämlich nur ein kleiner Vorbote eines Sturms der sich über dem Atlantik zusammengebraut hatte. Für unseren Flug bedeutete das nicht viel außer ein paar Turbulenzen und einem spektakulären Gewitterschauspiel das ich aus meinem Fenster beobachten konnte. Ein wunderbarer Abschluss einer noch wunderbareren Wochenendreise – nach Savannah fahren wir bestimmt nochmal.